Bewusstseinspfeile


Unter den Informationen der Wochenendkurs-Unterlagen befindet sich auch
folgender Textabschnitt: "Das Bogenschiessen, das Persönliche und
die verschiedenen Lebensbereiche haben eine Gemeinsamkeit: Wie ein roter Faden
ziehen sich die Themen Weg und Ziel durch
alles hindurch".
Das erklärt, weshalb ich die Kurse und Projekte mit Bogenschiessen auf eine umfassende Art
anbiete. Umfassend wird es, wenn sich die Kunst des Bogenschiessens mit der
Erforschung von Weg und Ziel (auf das Persönliche, die Alltagsbereiche
und den Bogenweg bezogen), verbindet! Es ist eine Selbsterforschung
mit einem faszinierenden Gerät (dem Bogen), welches dem Schützen ermöglicht,
untenstehende Erfahrungen zu machen.
Die Polaritäten / Die Gegensätze
Erfolg – Versagen, Gewinnen – Verlieren, Mangel – Fülle,
Treffer – Fehlschuss etc.
Bogenschiessen ist die Begegnung mit den Treffern und den Fehlschüssen.
Soll man nun nur das eine wollen und das andere zu vermeiden suchen? Oder ist
es gerade die bewusste Begegnung mit beiden Erfahrungen, welche so bereichernd
ist, weil sich die Erkenntnisse über Treffer und Fehlschuss natürlich
auch auf die alltäglichen Gegensätze beziehen lassen.
Körperempfindung / Selbstwahrnehmung
Die Konzentration auf die Körperempfindung von Don Rabska (Trainer
und Technischer Berater bei der Bogenfirma Easton Archery, U.S.A.)
"Wenn du dich zu sehr auf das Ziel fokussierst, dann kannst du dich
nicht gleichzeitig auch noch auf deine körperlichen Empfindungen und Wahrnehmungen
fokussieren. Das Visier (bei Visierschützen) und das Ziel saugen dann
deine Bewusstheit förmlich von dir und deiner Körperempfindung weg.
Wenn der gesamte Fokus auf der körperlichen Empfindung während des
Schusses ruht, kann man sich auf keinen Fall in einer anderen Zeit befinden,
als in der Gegenwart."
Die Zielscheibe als Spiegel
Eine bestimmte Schussabgabe oder Schusshaltung spiegelt sich ja auch immer
auf der Zielscheibe (durch die Positionierung des Pfeiles / der Trefferlage).
Kürzere Spannung als erforderlich bringt den Pfeil in eine tiefe Position.
Das Wegreissen der Hand nach links bringt die rechtsstehenden Trefferlagen
mit sich u.s.w. Auch wenn ich meine Haltung beim Abschuss nicht wahrgenommen
habe, kann mir die Trefferlage dennoch eine Information zurück spiegeln.
Anhand der Retourmeldung lassen sich, bei der Schussabgabe gemachte, mögliche
Fehler erkennen.
Interessante Texte zu Spiegelungen gibt es in zwei Büchern von Christa
Kössner: "Die Spiegelgesetz-Methode" und "Schlüssel
zum Glücklich – Sein / Das Spiegelgesetz"
(Ennstahler Verlag Steyr).
Weg und Ziel
Das Ziel gibt Ausrichtung. Projekte und die meisten Arbeiten (auch die Zusammenarbeit
/ Teamarbeit am Arbeitsplatz), erfordern Zielsteckungen.
Der Weg fängt mit dem Kennenlernen des Bogenhandwerks (des Bewegungsablaufs
/der Technik) an. Die Technik führt schnell zur Selbstwahrnehmung. Diese
wiederum zeigt auch, wie wir uns Ausrichten. Ist der Focus zu stark nach Aussen
auf das Ziel gerichtet, verlieren wir den notwendigen Kontakt zu den eigenen
inneren Vorgängen. Es folgen Spiegelungen (auch durch die Trefferlagen auf
der Zielscheibe). Diese können Haltungen, Wertungen, Prägungen und
persönliche Strategien aufzeigen. Schliesslich wird bewusst, was uns in
der Gegenwart hält. Wie Zentrierung geschieht. Wie sich Ziele entspannt
verwirklichen lassen. Welche wesentlichen Methoden, Übungen und neuen Sichtweisen
einen Weg unterstützen.
Loslassen
Der wesentliche Kern von Loslassen ist: Je mehr ich im Moment sein kann, desto
mehr kann ich mich von allem, was nicht in diesem Moment da zu sein hat,
loslösen. Schiesssituationen können den Schützen in solche,
gegenwärtige Momente bringen.
Ich liste nachfolgend einige Bücher auf, die Methoden aufzeigen um alte
Prägungen / Konditionierungen loszulassen. Sind es doch vor allem Prägungen,
Urteile, Überzeugungen, Glaubenssätze etc. welche das "in
der Gegenwart sein" verhindern oder die zukünftigen Ausrichtungen
mitprägen.
- Die Tipping – Methode von Colin Tipping: www.tipping.ch oder www.hinafruh.de
(Der radikale Abschied vom Opferdasein) - Die Methode "The Work" mit Colette Grünbaum www.the-work.ch oder www.moritzboerner.de
- Die Spiegelgesetzmethode (siehe auch oben). Christa Kössner, Ennstahler Verlag
Unterbewusstsein / Bewusstsein
Das Bogenschiessen vermittelt sehr anschaulich das Zusammenspiel von bewusster
Präsenz und der Möglichkeit, abgespeicherte Bewegungsabläufe
wieder "abzurufen". Dieses Abrufen aus dem Unterbewusstsein
und das bewusste, aufmerksame im "Jetzt sein", ermöglicht
ein Schiessen ohne persönliche Einmischung (dem sogenannten "ES
schiesst"). Natürlich kann das Unterbewusstsein auch einschränkend
wirken. Manche einschränkende Sätze - oft schon in der frühen
Zeit der Kindheit erlernt - wirken noch lange nach (ich bin nicht gut genug,
im Leben hat man es nicht leicht etc.).
- Die Quantum Light Breath - Atemmeditation www.clarityproject.de
- Buch: Quantensprung zur Klarheit (J. Kamphausen Verlag), CDs: QLB 1,2 und
Widersprüche
Bogenschiessen bringt es mit sich, dass
es auch zur Begegnung mit Widersprüchen
kommt. Alleine schon die Ausrichtung auf ein Ziel lässt einen erleben,
dass es gleichzeitig auch eine Ausrichtung hin, zur eigenen Person gibt. Auch
lassen sich Ziele (z.B. Firmenziele) durch umsichtige Planung erreichen! Doch
auch hier: Auf andere Ziele hingegen stossen wir nur, wenn es keinen vorgegebenen
Plan für den nächsten Schritt gibt. Und ebenso findet sich ein Ziel
nicht nur durch die persönliche Wahl, (so will ich es – so will
ich es nicht), sondern auch im Sein mit dem „was gerade da ist“.
Zu guter Letzt, ist es gerade die Qualität des "Sein’s", welche
die, oftmals vom Verstand geschaffenen Widersprüche wieder dahin
schmelzen lässt.
- Das ZEN – Prinzip (Osho): Der Weg des Paradoxes (Innenwelt Verlag)
- Big Mind (Dennis Genpo Merzel Roshi): Grosser Geist – grosses Herz (Aurum Verlag)
- Dazu die DVD „ Big Mind“ Workshop in Berlin 2008. TAO – Cinemathek

